Die Frauen-Zeitung

„Mitten in den großen Umwälzungen, in denen wir uns Alle befinden, werden sich die Frauen vergessen sehen, wenn sie selbst an sich zu denken vergessen!“ (Louise-Otto-Peters)

Was Louise Otto im Programm der Erstausgabe ihrer „Frauen-Zeitung“ am 21. April 1849 veröffentlichte, wurde in ihrer Zeit als eine spektakuläre Ungeheuerlichkeit von der breiten Öffentlichkeit aufgefasst. Ungeheuerlich aber nicht nur im negativen Sinn, nein in demokratischen und besonders in vielen demokratischen weiblichen Kreisen wurde eine der ersten programmatisch für Frauen ausgerichteten Zeitung als höchst willkommen empfangen. Ungewöhnlich war hier im Vergleich zu anderen Zeitschriften für Frauen die Themenauswahl und die Ausrichtung dieses Mediums: Hier fanden sich weder Stickanleitungen, Noten für den Klaviervortrag im Privatrahmen, Kochrezepte oder ähnliches. Hier wurden Themen wie der allgemeine Bildungszugang für Frauen zu höherer Bildung sowie das Recht auf Ausbildung und Arbeit in die Öffentlichkeit gebracht. Dass Frauen die Welt gestalten wurde hier ausdrücklich gewünscht und versucht.
Was Louise Otto-Peters in der damaligen Zeit durch Mut und Hingabe erreichte, ermöglicht uns als Frauen heute den Zugang zu Bildung und Beruf. Aber sie focht auch für die weibliche Teilnahme und Gestaltung der Welt. Dass das bis heute notwendig ist, zeigen Zahlen. Frauen verdienen durchschnittlich noch immer weniger als Männer, sind in den Medien und in der Politik weniger vertreten als Männer und durch Ehegattensplitting und in ihrer Rentensituation verglichen mit Männern benachteiligt.
Dem soll hier im regionalen Bereich entgegengewirkt werden. Indem es nach historischer Vorlage gibt, was einstmals so viel geschafft hat: Eine neue Frauen-Zeitung. Eine Zeitung, die Rollenvorstellungen und ihre Mechanismen kritisch hinterfragt und lesefreundlich aufbereitet. Die Frauen wieder eine Plattform bietet sich auszutauschen, ihren Alltag, ihre Themen in den Focus zu setzen und miteinander in Kontakt zu treten. Eine Frauen-Zeitung, die weder inhaltliche Beiträge wie Kochrezepte, Diät-oder Beziehungsratgeber enthält und Freiräume für weibliche Themen schafft. Dabei soll die Frauen-Zeitung mit ihrer Existenz und ihren Inhalten Mut machen und Frauen in der Medienwelt zeigen. Aber sie soll auch eine weibliche Alltagswelt mit ihren Differenzen darstellen. Weil weibliche Realität vielfältig ist, sollen sich hier in Beiträgen Stimmen unterschiedlicher Frauen mit ihren verschiedenen Lebenswirklichkeiten wiederfinden.

Informationen zu den Autor*innen und ihren Artikeln für die Frauen-Zeitung finden Sie HIER.

Die Frauen-Zeitung in Papierform können Sie im FSA erhalten. Mit einer Spende („Kultureuro“) können Sie die Arbeit des Frauenstadtarchivs Dresden und die Arbeit an der Frauen-Zeitung unterstützen. Vielen Dank!