Veranstaltungsreihe
 
  "Ein winziges Stück Semperoper ist dir anvertraut"

(Veranstaltung in Kooperation mit: Frauenbildungszentrum "Hilfe zur Selbsthilfe", Stadtarchiv Dresden)
 
  Datum / Uhrzeit: 7. Mai 2013, 17.00 Uhr
Ort: Stadtarchiv Dresden, Elisabeth-Boer-Straße 1
Filmvorführung und Gespräch: Ines Janosch
 
  In unzähligen Gesprächen mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen, die von der Zerstörung der Stadt Dresden im Zweiten Weltkrieg berichten, spielt das städtische Opernhaus eine wesentliche Rolle.
Im Film "Ein winziges Stück Semperoper ist dir anvertraut" fasst die Dresdner Malerin Aini Teufel in wenigen Worten zusammen, was die Stadt und ihre Menschen mit der Semperoper verbinden. Sinngemäß drückt sie aus, dass trotz Lebensmittelknappheit und Mangel an Kleidung die Menschen nach dem Krieg den Wiederaufbau des am 13. Februar 1945 scheinbar für immer zerstörten Opernhauses befürworteten, ja fast herbeisehnten. Die Malerin selbst erinnert sich an die Worte ihrer Großmutter, die kurz vor dem Luftangriff auf Dresden zu ihrem Enkelkind, gleichsam das unabwendbare grausame Schicksal der Stadt vorausahnend, sagte, sie würden nie wieder in die Oper gehen.

In den Äußerungen Aini Teufels und aller anderen Personen, die beim Wiederaufbau der Semperoper mitgewirkt haben und für den Film befragt worden sind, u. a. Wolfgang Hänsch, damaliger Chefarchitekt des Wiederaufbaus, Klaus Ferner, der Wiedererbauer der berühmten „5-Minuten-Uhr“, kommt die Faszination zum Ausdruck, beim Wiederaufbau der Semperoper mitgewirkt zu haben. Das nicht für möglich gehaltene wurde wahr und sie alle hatten die Ehre, durch ihre architektonischen,restauratorischen und künstlerischen Fähigkeiten der Stadt ein wichtigen Teil der verloren gegangenen Identität zurück geben zu können. Diese Faszination des Wiederentstandenen zieht sich wie ein Roter Faden durch das eindrucksvolle, etwa einstündige filmische Zeitdokument, erschaffen von den beiden Regisseurinnen Ines Janosch und Danuta Derbich.

Für ihr Filmprojekt konnten sie den Kameramann und Produzenten Hans Rombach und dessen seven-years-film Produktionsfirma begeistern. Die hohe Qualität des Films ist das Ergebnis von liebevollen,detailgenauen Recherchen der beiden Filmemacherinnen, die im Zuge ihrer Nachforschungen den Kontakt zu den Filmfreunden Pirna aufnahmen. Das Filmteam um Werner Reichelt begleitete vor nunmehr fast dreißig Jahren den Wiederaufbau der Semperoper visuell und sicherte damit der Nachwelt einen "echten Schatz der Dokumentarfilmkunst". Auch von diesem Schatz lebt die zu Herzen gehende Authentizität von "Ein winziges Stück Semperoper ist dir anvertraut".

Die Idee zum Film entstand in einer Lesung aus dem Semperoper-Tagebuch von Aini Teufel im Frauenstadtarchiv Dresden. Dass die Regisseurin Ines Janosch ihn am Ort seines Ausgangspunktes zeigen wird, ist ein wertvolles Geschenk für die Arbeit des Dresdner Frauenstadtarchivs.

Vor dem Film werden im Rahmen einer offiziellen Ehrung seitens des Frauenstadtarchivs die "Trüümmerfrauen" und Aufbauhelferinnen für ihre Kriegs- und Nachkriegsleistungen gewürdigt. Eine von ihnen, die Dresdnerin Aini Teufel, wirkte als Malerin beim Wiederaufbau der Dresdner Semperoper mit. Auch von ihrer Arbeit wird im Film berichtet. Nach dem besteht die Möglichkeit, mit der Regisseurin Ines Janosch ins Gespräch zu kommen.
 
 
 
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