Frauenstraßennamenbroschüre

Laut Informationsbericht der Gleichstellungsbeauftragten der Landeshauptstadt Dresden ist in Dresden bei der Benennung von Straßen und Plätzen eine gravierende Unterrepräsentanz mit Namen verdienstvoller Frauen zu verzeichnen. Das Ergebnis einer lokalen Studie des Frauenstadtarchivs Dresden von Juli 2007, die der Herausgabe der Broschüre “Frauen auf die Straßen(-)schilder!” vorausging, ergab eine deutliche Ungleichverteilung hinsichtlich der Ehrung beider Geschlechter. Nur 3,37 Prozent der in Dresden ausgewiesenen Straßen, Plätze und Brücken tragen den Namen einer weiblichen Persönlichkeit; 28,54 Prozent hingegen wurden nach Männern benannt.

Um auf dieses Missverhältnis aufmerksam zu machen, erschienen bereits im November 2004 und im November 2005 im Auftrag der Gleichstellungsbeauftragten für Frau und Mann der Landeshauptstadt Dresden die Broschüren “Straßennamen in Dresden – Reine Männersache?” (Teil 1, PDF; Teil II, PDF). Fachlich-inhaltlich zusammengestellt wurden diese vom Frauenstadtarchiv Dresden. Sie enthalten eine Zusammenstellung von Empfehlungen für Benennungsmöglichkeiten von Straßen und Plätzen in Dresden mit Namen von bedeutsamen Frauen, deren Engagements die Stadtgeschichte von Dresden nicht minder prägten als die der männlichen Geschlechtsgenossen.

Ende 2007 wurde vom Verein FrauenBildungsHaus Dresden e. V. und der Gleichstellungsbeauftragten für Frau und Mann der Landeshauptstadt Dresden die Broschüre “Frauen auf die Straßen(-)schilder”(PDF) herausgegeben. Als Ergänzung dazu erstellte das Städtische Vermessungsamt Dresden einen Frauen-Stadtplan, in dem sämtliche bereits nach Frauen benannte Straßen, Plätze und Brücken im Stadtplan von Dresden farbig hervorgehoben werden. Die Unterrepräsentanz von weiblichen Namensgebern tritt damit noch deutlicher zutage.

Einige der in den Broschüren vorgestellten Frauen sind mittlerweile mit einer Straßenbenennung bedacht worden. Seit Juni 2005 gibt es in Dresden-Klotzsche die “Maria-Reiche-Straße” – benannt nach der “Königin der Pampa”, die jahrzehntelang als einzige Forscherin die geheimnisvollen Linien und Figuren in der Wüste von Nazca untersuchte. Ebenfalls in Dresden-Klotzsche existiert mittlerweile die “Traute-Richter-Straße”, benannt nach der Grand Dame des Dresdner Staatsschauspiels, die als “Charlotte von Stein” in dem Einpersonenstück von Hacks “Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe” Bühnengeschichte schrieb. In Dresden-Hellerau stand die Tänzerin, Ballettmeisterin, Choreografin und Pädagogin Valeria Kratina – neben Mary Wigman und Gret Palucca Wegbereiterin des neuen künstlerischen Tanzes – als Namensgeberin Pate. Die Mitgliedschaft des Frauenstadtarchivs Dresden in der Arbeitsgruppe Straßennamen der Landeshauptstadt Dresden leistet dem Zielen der Broschüren Vorschub.